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Die Anfänge


Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 in Zamocz (Polen) geboren. Sie besuchte das Gymnasium in Warschau und trat schon im zarten Alter von 16 Jahren der Partei „Sozialistische revolutionäre Partei Proletariat“ bei. Da ihre Anhänger jedoch von der zaristischen Polizei verfolgt wurden, floh Rosa Luxemburg 1889 nach Zürich, wo sie Nationalökonomie studierte. Wie andere revolutionäre Emigranten arbeitete sie aktiv in der örtlichen Arbeiterbewegung und nahm Anteil intellektuellen Leben.

Nach ein paar Jahren war sie bereits als führende Theoretikerin der revolutionären sozialistischen Partei Polens anerkannt und nebenbei wichtigste Mitarbeiter der Parteizeitung „Sprawa Robotnicza“ (Sache der Arbeiter), die in Paris erschien. 1894 wurde der Name der Partei in „Sozialdemokratie des Königreichs Polens“ (SDKP) geändert.

1893 setzte sich Rosa Luxemburg mit einer anderen polnischen Partei auseinander, der „Polnischen Sozialistischen Partei“ (PPS). Diese Gruppe kämpfte für die Unabhängigkeit Polens und wurde von allen erfahrenen Führern des internationalen Sozialismus anerkannt. Rosa Luxemburg beschuldigte sie wegen nationalistischer Tendenzen und der Absicht, die Arbeiter vom Klassenkampf abzulenken. So schuf sie sich rasch viele politische Gegner.

Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, ging sie eine Scheinehe mit einem deutschen Emigranten ein und konnte so 1898 nach Deutschland, ins Zentrum der internationalen Arbeiterbewegung ziehen. Sie schloss sich der SPD an und blieb auch hier sehr aktiv. Sie arbeitete regelmäßig an verschiedenen sozialistischen Zeitungen, u.a. bei der „Neuen Zeit“ mit und sprach auf zahlreichen Massenveranstaltungen.

Jedoch war die deutsche Bewegung damals in zwei Hauptrichtungen, eine reformistische und eine revolutionäre, gespalten. Da in Deutschland der Wohlstand zunahm, und sich auch der Lebensstandart der Arbeiter verbesserte, entfernten sich die Sozialisten immer mehr von der revolutionären Konzeption und trat immer mehr für den Reformismus ein. Ihr wichtigste Sprecher, Eduard Bernstein, griff die Prinzipien des Marxismus immer offener an, welche Rosa Luxemburg sofort verteidigte. 1899 rechnete sie in dem Buch „Sozialreform oder Revolution“ mit Bernsteins Ideen ab.