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Die Russische Revolution


1905 brach die erste russische Revolution aus und Rosa reiste trotz schlechter Gesundheit nach Warschau, in der Hoffnung, die Revolution mit vorantreiben zu können. Da sie verbotenerweise Versammlungen abhielt und Zeitungen veröffentlichte, wurde sie am 4. Januar 1906 verhaftet und unter unzumutbaren Haftbedingungen festgehalten. Sie erkrankte an Gelbsucht, die nicht behandelt wurde und wurde erst im August mit Hilfe eines ärztlichen Attests wieder entlassen.

Die russische Revolution erweckte einen Gedanken zum Leben, den Rosa Luxemburg schon einige Jahre früher beschäftigt hatte: dass Massenstreiks ein entscheidendes Element im revolutionären Kampf der Arbeiter um die Macht bilden und die sozialistische von allen anderen Revolutionen unterscheiden. Nun wollte sie diesen Gedanken auf der Grundlage neuer Erfahrungen ausarbeiten.

Im Oktober 1907 nahm Rosa Luxemburg die Tätigkeit als Dozentin an der SPD-Parteischule auf. Neben der Lehrtätigkeit ging die kritische Auseinandersetzung mit anderen SPD-Parteimitgliedern weiter. Innerhalb der SPD kommt es zu immer größeren Konflikten. Ab 1911 profilierte sich Rosa Luxemburg zur populärsten Theoretikerin und Wortführerin des linken SPD-Flügels, indem sie sich immer energischer gegen die beginnende Hochrüstung für den ersten Weltkrieg, gegen den anschwellenden Nationalismus und den um sich greifenden Militarismus wandte.

Von nun an war die SPD sogar in drei Richtungen gespalten: die Reformisten, das sogenannte Marxistische Zentrum und die Revolutionäre. Rosa versuchte, die Massen darüber aufzuklären, dass ihnen ein Krieg nichts bringen würde, was dazu führte, dass sie am 20. Februar 1914 erneut verhaftet wurde. In einer Rede rief sie aus: „Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen oder anderen ausländischen Brüder zu erheben, so erklären wir: 'Nein, das tun wir nicht!' “ Auch vor Gericht wurde die Angeklagte plötzlich zum Ankläger und hielt eine glänzende revolutionär-sozialistische Rede, die später unter dem Titel „Militarismus, Krieg und Arbeiterklasse“ veröffentlicht wurde. Dennoch wurde sie zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Allerdings wurde sie nicht sofort verhaftet, so dass sie nach Verlassen des Gerichts sogleich wieder einer Massenveranstaltung beiwohnen konnte, auf der sie ihre revolutionäre Propaganda gegen den Krieg fortsetzte.